Zweites Staatsexamen

I. Klausuren

Im 21. Ausbildungsmonat (letzter RA-Monat) werden acht 5-stündige Klausuren geschrieben, und zwar derart nacheinander, dass nach zwei Klausuren jeweils ein freier Tag bzw. zwei freie Tage am Wochenende dazwischen liegen.

Jeweils zwei Klausuren stammen aus den Bereichen Zivilrecht („Z-Klausuren“), Strafrecht („S-Klausuren“), Nebengebiete, insbesondere Zwangsvollstreckungsrecht („C-Klausuren“) und Öffentliches Recht („V-Klausuren“).

 

1. zugelassene Hilfsmittel

Zu den Klausuren müsst Ihr Eure eigenen Gesetzestexte und die zugelassenen Kommentare selbst mitbringen! Man kann Kommentarkoffer mit den jeweils neuesten Auflagen bei mittlerweile mehreren Anbietern mieten. Google und ein Blick auf unsere Werbepartner helfen!

 

2. Zulassungsvoraussetzungen für die mündliche Prüfung

Von den Klausuren müssen drei bestanden werden und der Durchschnitt der Klausuren muss mindestens 3,5 Punkte betragen (vgl. § 56 iVm § 20 JAG NRW).

Im schriftlichen Teil müssen demnach mindestens 210 Punkte (8 x 7,5 x 3,5) erreicht werden für die Zulassung zur mündlichen Prüfung.

Auf der Seite des LJPA gibt es einen Link zu einem Rechner, mit dem man den Durchschnitt ermitteln kann (verfolge Link „Zweites juristische Staatsprüfung“, verfolge Link „Weitere Informationen“, verfolge Link „Notenrechner“).

 

 

II. Mündliche Prüfung

Etwa im 26. Monat (nach der Wahlstation) findet im Justizministerium in Düsseldorf die mündliche Prüfung statt. Hier werden Gesetzestexte gestellt.

 

1. Aktenvortrag

Als erstes ist ein Aktenvortrag von 10 bis maximal 12 Minuten Länge zu halten. Die Vorbereitungszeit beträgt dafür 60 Minuten. Eine Wahl des Rechtsgebietes, aus dem der Vortrag entnommen werden soll, ist nicht möglich. Etwa zum Zeitpunkt der Mitteilung der Klausurenergebnisse wird jedoch bekannt gegeben, um welches Fach es sich handelt. Alle Kandidaten in einer gemeinsamen mündlichen Prüfung haben den gleichen Aufgabentext.

 

Aktenvorträge zum Üben findet man auf der Homepage des LJPA unter http://www.justiz.nrw.de/JM/landesjustizpruefungsamt/juristischer_vorbereitungsdienst/kurzvortraege/index.php.

 

2. Prüfungsgespräch

Nach dem Aktenvortrag findet das Prüfungsgespräch statt, das sich auf die Gebiete Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht erstreckt.

Die Protokolle früherer mündlicher Prüfungen kann man bei unseren Kollegen vom LG Düsseldorf per E-Mail ausleihen.(http://www.rechtsreferendare-duesseldorf.de). Alpmann-Schmidt bietet ebenfalls Protokolle an, dort kann man Teile der Gebühr durch Einsendung eigener Protokolle wiederbekommen (http://www.alpmann-schmidt.de/protokolle.aspx). Daneben besteht auch die Möglichkeit, Protokolle entgeltlich beim Verlag Juridicus (www.juridicus.de/protokolle.html) auszuleihen.

Um Euch einen genauen Eindruck darüber zu verschaffen, wie eine mündliche Prüfung abläuft, könnt Ihr an mündlichen Prüfungen im Landesjustizprüfungsamt entweder mit der AG oder als Einzelperson teilnehmen. Die Termine hängen im Schaukasten der Landgerichtsbücherei aus. Die dafür erforderliche Anmeldung müsst Ihr formlos per Postkarte zwei Wochen vor dem Prüfungstermin (max. 3 Termine angeben) abschicken. Referendare, die bereits im Prüfungsverfahren sind, werden bevorzugt behandelt. Vergesst nicht, Euren Personalausweis zum Prüfungsbesuch mitzubringen!

 

Landesjustizprüfungsamt NRW

Martin-Luther-Platz 40

40212 Düsseldorf

Tel.: 0211/8792-276

 

 

III. Prüfungsnote

In der mündlichen Prüfung bekommt Ihr zwei Einzelnoten, nämlich für den Aktenvortrag und für das Prüfungsgespräch. Es gibt also keine Einzelnoten für die drei Teile des Prüfungsgesprächs.

Die Gesamtnote wird dann folgendermaßen berechnet:

(Klausuren x 7,5 + Vortrag x 10 + Prüfungsgespräch x 30) : 100.

Wie schon im 1.Examen heißt es „Vier gewinnt“, ein Befriedigend gibt es ab 6,5 Punkte, ein Vollbefriedigend ab 9,0. Wer höhere Weihen anstrebt, wird die Notengrenzen kennen...

IV. Allgemeines

Das 2. Staatsexamen kann bei Nichtbestehen bis zu zweimal wiederholt werden. Die 2. Wiederholung ist aber nur bei hinreichender Wahrscheinlichkeit des Bestehens erlaubt („Gnadenversuch“). Darüber wird auf Antrag entschieden.

Bei der 1. Wiederholung wird das Referendariat um 3-5 Monate verlängert (sog. Repetentenvorbereitungsdienst). Dabei werden jedoch die monatlichen Bezüge zum Teil bis etwa 15 % gekürzt. Liegen entsprechende persönliche Gründe vor, kann die Kürzung geringer ausfallen. Der Personalrat hat hierbei ein Mitspracherecht.

Nach Bestehen der Prüfung im ersten Versuch ist ein Verbesserungsversuch möglich. Dabei sind alle Prüfungsleistungen komplett noch einmal abzulegen. Selbstverständlich wird ein schlechterer Verbesserungsversuch nicht gewertet. Ein Gesuch um Verbesserung ist schriftlich mit einer Frist von drei Monaten bei der Präsidentin oder dem Präsident des Landgerichts Bochum einzureichen.

Für den Verbesserungsversuch werden Gebühren erhoben (kompletter Versuch: 600 €, Ausstieg nach den Klausuren: 400 €, kein Antritt und verspätete Antragsrücknahme 100 €).